Forum für Nachhilfelehrer, Schüler und Eltern

August 29, 2007

Nach den Ferien ist alles wieder weg…

Gespeichert unter: Tipps — leaboos @ 8:05

Leider machen Schüler wie Lehrer gleichermaßen jedes Jahr nach den Sommerferien die gleiche Erfahrung: Nach sechs schulfreien Wochen ist vieles wieder vergessen, was man vor den Ferien noch in mühevoller Geduldsarbeit bis zur Schmerzgrenze geübt hatte. Nicht anders ist es in der Nachhilfe: Hier kommt meistens noch hinzu, dass die Nachhilfeschüler nur schwer Zugang zu den Nachhilfefächern finden, bzw. wenig Interesse an der Materie haben.

Andererseits gehen viele Schüler mit guten Vorsätzen ins neue Schuljahr und sind hochmotiviert, dieses Jahr mehr für die Schule zu tun. Oft ergeben sich auch aus neuen Klassenkonstellationen, neuen Fachlehrern oder günstigeren Unterrichtszeiten gute Chancen auf den angestrebten Notenaufschwung.

Wie sollte man also nach den Ferien am besten wieder in die Nachhilfe einsteigen?

- erst gar keine Lücke entstehen lassen:
Wenn es sich machen lässt, sollte man die Nachhilfe in den Ferien fortführen. Klar ist es verständlich, dass die Schüler während der Sommerferien am liebsten gar nichts mehr von Schule hören wollen. Aber eine Stunde die Woche, die man vielleicht vormittags oder am Wochenende so legen kann, dass sie die Zeiteinteilung nicht groß stört, wird letztendlich niemanden um seine Ferienerholung bringen. …Anregungen für Nachhilfeunterricht in den Ferien

- sich wieder in die Materie „einfinden“:
Viele, die kritisieren, die Sommerferien wären zu lang, verkennen, dass der Lernprozess durch die unterrichtsfreie Zeit nicht unterbrochen wird, sondern die Kenntnisse während dieser Zeit unbewusst weiter entwickelt und im Idealfall auch verfestigt werden. Trotzdem fällt es den meisten Schülern schwer, diese nach längerer Auszeit wieder abzurufen. Allgemein wird empfohlen, zwei Wochen vor Schulbeginn die Inhalte des letzten Schuljahr nochmal zu wiederholen. In Fremdsprachen hilft es, sich z.B. auf Englisch über die Urlaubserlebnisse zu unterhalten oder einen kurzen Bericht darüber zu schreiben. In Mathe kann man stichprobenartig ein paar Beispielaufgaben aus den Heften vom letzten Schuljahr durchrechnen. In anderen naturwissenschaftlichen und in gesellschaftswissenschaftlichen Fächern kann man die alten Hefte durchblättern und die wichtigsten Themen in alten Schulbüchern, so sie nicht schon abgegeben wurden, nachschlagen oder ggf. im Internet recherchieren.

-  Vokabeln und Fachbegriffe auffrischen:
Wichtig ist auch, die Vokabeln und Fachbegriffe nach altbewährter Methode zu wiederholen, damit sie im neuen Schuljahr wieder abrufbar sind. Hier sollte man es allerdings auch nicht übertreiben: Nicht jede Spezialvokabel wird man bei der Abschlussprüfung, geschweige denn im späteren Leben noch brauchen und nicht jeder Fachbegriff kommt auch im nächsten Schuljahr wieder vor.

- „Vorlernen“ vermeiden:
Ehrgeizige Eltern halten ihre Kinder und somit auch deren Nachhilfelehrer oft dazu an, zum Schuljahresbeginn schon mal den Stoff für das kommende Jahr vorzubereiten. Was eigentlich gut gemeint ist, z.B. um die mündliche Mitarbeit zu verbessern oder späteren Lernstress zu mildern, geht oft nach hinten los: Entweder die Mitschüler regen sich über das „Strebertum“ des Nachhilfeschülers auf und schneiden ihn oder aber, der Nachhilfeschüler kommt gar nicht erst dazu, mit seinem vorweggenommenen Wissen im Unterricht zu glänzen, da er sich langweilt und sich lieber mit anderen Dingen ablenkt. Es ist sicher nichts dagegen einzuwenden, am Anfang des Schuljahres einen Themenüberblick zu geben, um Neugier zu erwecken und die Eigeninitiative des Nachhilfeschülers anzuregen. Aber man sollte es tunlichst vermeiden darüber hinaus schon Inhalte vorwegzunehmen, die im Unterricht noch nicht behandelt wurden.

August 17, 2007

steuer- oder versicherungspflichtige Einkünfte durch Nachhilfe

Gespeichert unter: Rechtsfragen — leaboos @ 12:39

Bitte den Hinweis zur Kategorie „Rechtsfragen“ beachten!
Für die Richtigkeit der Angaben übernehme ich keine Haftung.

Bei der privaten Nachhilfe handelt es sich um eine Tätigkeit mit steuerpflichtigen Einkünften. Die meisten privaten Nachhilfelehrer werden jedoch nicht über die Einkunftsgrenzen einer geringfügigen Beschäftigung kommen. Problematisch kann es jedoch werden, wenn man neben der Nachhilfe noch anderweitige steuerpflichtige Einkünfte hat. Um sich Ärger mit dem Finanzamt zu ersparen, sollte man Folgendes wissen:

- geringfügige Beschäftigung:
Geringfügig ist eine Beschäftigung, wenn das Bruttoentgelt unter 4800,- € im Jahr im Jahr liegt. Das ergibt einen Monatsdurchschnitt von 400,-€ („400-Euro-Job“). Entscheidend ist aber der Jahresdurchschnitt. D.h. man kann als Nachhilfelehrer durchaus in den Monaten während der Abivorbereitung über 400,-€ kommen, wenn man dafür in den Sommerferienmonaten wieder einen Ausgleich schafft.

- Lohnsteuerkarte:
Wer über ein Institut Nachhilfe gibt, muss in der Regel eine Lohnsteuerkarte vorlegen. Diese bekommt man beim Einwohnermeldeamt des eigenen Wohnorts. Entscheidend ist hier der Hauptwohnsitz. Wenn man als Student beispielsweise einen Zweitwohnsitz in seiner Unistadt hat, erhält man die Lohnsteuerkarte trotzdem bei der Heimatgemeinde. In den meisten Gemeinde kostet es nichts, die Lohnsteuerkarte ausstellen zu lassen. Man kann sich auch mehrere Lohnsteuerkarten ausstellen lassen, wenn man diese verschiedenen Arbeitgebern vorlegen muss.

- mehrere Beschäftigungen:
Die Einkünfte aus mehreren geringfügigen Beschäftigungen werden addiert. Nur wenn sie in der Summe weniger als 400,-€ ergeben, bleibt das Beschäftigungsverhältnis geringfügig. Da die Versicherungsbeiträge zum Teil vom Arbeitgeber geleistet werden (Lohnnebenkosten), muss man ihm gegenüber unbedingt angeben, ob man nebenbei noch woanders arbeitet und wieviel man dort durchschnittlich verdient. Wenn man ihm weitere Einkünfte verschweigt, kann dies u.U. als Vertragsbruch oder als Betrug gewertet werden. Auch wer einer versicherungspflichtigen Tätigkeit nachgeht, kann darüber hinaus geringfügig beschäftigt sein. Hier bleibt allerdings nur Raum für eine geringfügige Beschäftigung, nicht für mehrere.

- Steuerfreibetrag:
Der Steuerfreibetrag setzt sich aus einem Grundfreibetrag und weiteren Freibeträgen z.B. für die Kindererziehung zusammen. Derzeit beträgt der Grundfreibetrag 7.664 Euro im Jahr. Überschüsse müssen versteuert werden.

- Welche Tätigkeiten muss man angeben?
Man muss alle Lohneinkünfte angeben, also auch Einkünfte aus privater Nachhilfe, Babysitting, Blumen gießen, mit Nachbars Hund Gassi gehen, etc. Eventuelle Umgehungsmöglichkeiten bleiben der persönlichen Phantasie des geneigten Lesers überlassen…

Juli 17, 2007

Hausaufgaben in der Nachhilfe?

Gespeichert unter: Didaktik — leaboos @ 12:12

Angesichts des wachsenden Schlusstresses, dem selbst junge Schüler verstärkt ausgesetzt sind, erscheint es unzumutbar, ihnen auch noch in der Nachhilfe zusätzliche Hausaufgaben aufzugeben. Andererseits ist klar, das man bei einer Stunde Nachhilfe in der Woche keine fundamentalen schulischen Defizite aufarbeiten kann und ein bisschen zusätzliches Üben ohnehin jedem Nachhilfeschüler gut tun würde.

Wie soll man es also mit Hausaufgaben in der Nachhilfe halten?
Wie so viele andere, kann auch diese Frage nicht eindeutig beantwortet werden. Jeder Nachhilfelehrer hat seinen eigenen Unterrichtsstil, jeder Schüler seine eigenen Lernmethoden. Was im einen Fall hervorragend funktioniert, kann in einer anderen Konstellation möglicherweise nur Schaden anrichten. Folgende Aspekte sind bei Nachhilfe-Hausaufgaben zu bedenken:

- Der Schüler soll lernen selbstständig zu arbeiten. Wenn man ihm also Hausaufgaben aufgibt, dann solche, die er alleine ohne Hilfe der Eltern bewältigen kann.

- Die Vorbereitung von Arbeitsmaterialien für Hausaufgaben wird nicht bezahlt. Eine Stunde Unterricht bedeutet für den Nachhilfelehrer im Schnitt eine Stunde Vorbereitungszeit . Wenn man also dem Schüler Hausaufgaben für eine Stunde aufgibt, verzichtet man gleichzeitig auf das Geld, dass man für diese Stunde Unterricht bekommen hätte und schneidet sich letztendlich ins eigene Fleisch.

- Hausaufgaben müssen unbedingt nachkontrolliert werden! In dieser Zeit sitzt der Schüler meistens unbeteiligt daneben, während der Lehrer die Aufgaben überfliegt. Das ist keine besonders sinnvolle Nutzung der Unterrichtszeit.

- Durch Hausaufgaben wird häufig ein gewisses Spannungsverhältnis zwischen Schülern und Lehrern geschaffen. Gerade weil Hausaufgaben in der Schule häufig als Strafe eingesetzt werden, bzw. der Wegfall von Hausaufgaben als Belohnung verstanden wird; behalten sie diesen sanktionalen Charakter auch in der privaten Nachhilfe.

- Jeder Nachhilfelehrer muss selbst einschätzen, wieviel der Schüler neben der Schule noch „um die Ohren hat“. Wenn neben Hausaufgaben und Lernen auch noch diverse andere Aktivitäten wie Musikschule, Sport, etc. seine Freizeit auffressen, wird für zusätzliche Hausaufgaben wenig Zeit bleiben. Das sollte man im Interesse des Schülers auch berücksichtigen.

Einige „Hausaufgaben“ sind jedoch unabdingbar: Nämlich alles, was auswendig gelernt werden muss. Dazu gehört das kleine Einmaleins, wichtige Vokabeln, irregular verbs, zentrale Rechenformeln, Rechtschreibregeln oder Rechengrundsätze. Wenn man in der Nachhilfe eine Lektüre durchnimmt, ist klar, dass diese vor allem außerhalb des Unterrichts gelesen werden muss.

Schließlich bietet es sich an, wenn man eine Pause einlegt (z.B. wegen der Ferien) oder mal ein Termin ausfällt, dass man zur Überbrückung dieser Zeit Hausaufgaben aufgibt.

Anforderungen an einen Nachhilfelehrer

Gespeichert unter: Jobs — leaboos @ 11:17

Viele Nachhilfekontakte kommen deswegen erst gar nicht zu Stande, weil die (potenziellen) Nachhilfelehrer unsicher sind, ob sie den Stoff überhaupt noch beherrschen, geschweige denn ihn jemand anderem vermitteln können.

Hier deswegen ein paar Hinweise zu den üblichen Anforderungen an einen Nachhilfelehrer:

Wann kann man anfangen, Nachhilfe zu geben?
Bei privater Nachhilfe gibt es prinzipiell keine Altersgrenzen. Man sollte aber schon so in der 9. – 10. Klasse sein. Es ist immer von Vorteil, wenn man selbst etwas älter ist als die Nachhilfeschüler. Die wenigsten Eltern werden jemand Jüngerem zutrauen, dass er nicht nur den Stoff, sondern auch die didaktischen Grundlagen beherrscht, um ihrem Kind etwas beizubringen. Wenn man selbst nur wenige Jahre älter ist als der Schüler, verschwimmen außerdem die Grenzen zwischen kommerzieller Nachhilfe und freundschaftlichem „zusammen lernen“. Schließlich muss man sich dem Schüler gegenüber auch durchsetzen können, was bei einem gewissen Altersunterschied leichter fällt.

Welche eigenen Qualifikationen braucht man dazu?
So erschreckend das klingt: Eigentlich gar keine. Auf dem privaten Nachhilfemarkt gibt es ohnehin kaum überprüfbare Nachweise, ob ein Nachhilfelehrer gut ist oder nicht. Es ist absolut unüblich, eigene Schulzeugnisse o.Ä. zum Vortreffen mitzubringen. Man kann erwähnen, wenn man ein Fach als Leistungskurs hatte – aber im Prinzip sagt das auch nicht viel über die eigene Qualifikation als Nachhilfelehrer aus.

Professionelle Nachhilfeinstitute hingegen arbeiten meistens nur mit Lehramtsstudenten zusammen. Allerdings gibt es auch hier Ausnahmen: Ich kenne einen Fall, wo an einem und demselben Institut ein angehender Lehramtsstudent unter Hinweis auf mangelnde praktische Erfahrung abgelehnt wurde, während jemand anderes ohne weitere Nachfragen sofort eingestellt wurde, obwohl er gar nicht auf Lehramt studiert hatte. Das Institut suchte eben dringend jemanden mit genau dieser Fächerkombination. Deswegen sollte man in jedem Fall persönlich anfragen, selbst wenn man von einem Bekannten weiß, dass er aus diesem oder jenem Grund nicht genommen wurde.

Welche sonstigen Fähigkeiten muss man mitbringen?
Nachhilfeunterricht erfordert neben der fachlichen Kenntnisse eine große Sensibilität und Hilfsbereitschaft gegenüber anderen, eine gewisse Kreativität und Flexibilität, viel Geduld und oft eine große Frustrationstoleranz, ein zwar vertrauenserweckendes , aber auch respekteinflößendes Auftreten und schließlich die Bereitschaft, den Schüler so zu akzeptieren, wie er ist, und mit ihm zusammen zu arbeiten.

Ich war aber selber nie so gut darin…
Ich habe häufig erlebt, dass Leute z.B. eine Mathenachhilfe bei einem Grundschüler unter Hinweis auf ihre eigenen Probleme in Mathe ablehnten. Selbst wenn ein Fach wie Mathe einem vielleicht aktuell Probleme bereitet, sollte es jeder hinkriegen, einem Schüler die Grundrechenarten zu vermitteln. Wenn man sich unsicher über die Lerninhalte bestimmter Klassen ist, wird man auf der Homepage des Kultusministeriums fündig. Dort kann man vergleichen, bis zu welcher Jahrgangsstufe man sich die Nachhilfe zutrauten würde.

Schließlich ist das Schöne bei der Nachhilfe, dass man selbst den Stoff auch für sich selbst nochmal wiederholt, was oft auch das eigene Verständis bestimmter Lerninhalte verbessert.

Juli 14, 2007

Aufbau einer Unterrichtseinheit

Gespeichert unter: Didaktik — leaboos @ 11:56

Unabhängig von der Länge einer Einheit muss man sich die (meist viel zu knappe) Zeit sinnvoll einteilen und ein bisschen Abwechslung in die Aufgabengestaltung bringen. Kein Schüler wird es mögen, eine ganze Stunde lang nur Diktate zu schreiben oder nur Vokabeln zu üben.

Da viele Nachhilfelehrer (inklusive mir selbst) in punkto Pädagogik Autodidakten sind und nie studiert haben, wie man jemandem einen bestimmten Lernstoff vermittelt, hier ein paar Tipps, wie man eine Unterrichtseinheit aufbauen sollte:

- Warm up:
Sowohl für den Schüler als auch für den Nachhilfelehrer selbst ist es sinnvoll, nicht gleich mit der Tür ins Haus zu fallen, sondern erst mal ein bisschen Smalltalk zu halten. In dieser Aufwärmphase kann man sich geistig auf die Nachhilfe einstellen und die dafür notwendige Konzentration sammeln. Bei Schülern, die besonders hibbelig sind, kann diese Phase ruhig eine längere Zeit in Anspruch nehmen und richtige Konzentrationsübungen beinhalten. Bei Schülern, die sich gut konzentrieren können, sollte man sich aber darauf beschränken, den Arbeitsplatz für die Nachhilfe vorzubereiten: Also Bücher rausholen, ggf. andere Sachen wegräumen, etc. Wenn man Nachhilfe in einer Fremdsprache gibt, kann man ab einem gewissen Sprachlevel des Schülers sich auch ein bisschen in der anderen Sprache mit ihm unterhalten. Auf diese Weise merkt man gleichzeitig, welche Fehler er beim Sprechen macht, bzw. bei welchen Wörtern er Ausspracheprobleme hat.

- roten Faden behalten:
Für den Schüler ist es wichtig, dass er das Konzept versteht, nach dem der Nachhilfelehrer vorgeht. Wer in der Schule schon nicht verstanden hat, wie die einzelnen Lerneinheiten zusammenhängen, was beispielsweise binomische Formeln mit Potenzen zu tun haben, wird auch zu Hause Schwierigkeiten haben, überhaupt das System zu verstehen. Deswegen sollte man ein klares Konzept haben und zu Beginn jeder Stunde deutlich machen, an welcher Stelle des Konzepts man sich aktuell befindet. (Zum Beispiel: Wir wollten die tenses noch mal wiederholen. Die present tenses haben wir jetzt abgeschlossen und fangen heute mit dem simple past an.) So kann der Schüler seinen eigenen Lernfortschritt besser einschätzen und hat außerdem ein ungefähre Vorstellung, wann die Nachhilfe endlich vorbei ist und er wieder spielen kann…

- vom Einfachen zum Schwierigeren:
Allgemein gilt die Regel, sich vom Einfacheren zum Schwierigeren vorzuarbeiten. Ähnlich wie der Körper beim Sport, braucht auch das Gehirn eine gewisse Zeit um sich „warm“ zu laufen, bevor es zu Höchstleistungen bereit ist. Deswegen sollte man Wiederholungsübungen an den Anfang einer Einheit setzen und erst danach mit etwas Neuem anfangen. Oft sind schwierige Aufgaben in Schulbüchern als solche gekennzeichnet. Diese sollte man möglichst für den Schluss aufheben.

- viel Abwechslung, aber kein Durcheinander:
Bei der Vorbereitung einer Einheit sollte man darauf achten, dass sich die Aufgaben nicht ständig wiederholen. Schön ist es, wenn die einzelnen Aufgaben tatsächlich aufeinander aufbauen. Dies lässt sich jedoch nur in den wenigsten Fällen so einrichten. Im Normalfall genügt es jedoch, wenn man ein bisschen Abwechslung in die Aufgabenstellung und auch in die optische Gestaltung von Arbeitsblättern bringt.

Man sollte allerdings darauf achten, dass man keine Verwirrung stiftet. So sollte man Lerninhalte, die sehr ähnlich und leicht zu verwechseln sind, zeitlich klar voneinander trennen. So macht es z.B. keinen Sinn, innerhalb einer Unterrichtseinheit mehrere tenses neu einzuführen. Sonst besteht die Gefahr, dass der Schüler am Ende alles durcheinander bringt.

- rechtzeitig fertig werden:
Oft schafft man es nicht, genau zum Ende der Stunde fertig zu werden. Je nachdem wie genau es die Eltern mit der Zeit nehmen, kann man ggf. einige Minuten früher aufhören. Oft gibt es ja auch noch Organisatorisches zu besprechen.

Wenn man jedoch kurz vor Schluss eine Aufgabe angefangen hat, sollte man sie auch zu Ende bringen, auch wenn man überziehen muss. Möglicherweise kann man dafür das nächste Mal entsprechend früher aufhören. Wenn man selbst oder der Schüler anschließend einen Termin hat, kann man den Rest der Übung auch als Hausaufgabe aufgeben. Dann sollte man aber auch nicht vergessen, diese beim nächsten Treffen zu kontrollieren.

- Cool down:
Wie im Sport ist es auch bei geistiger Arbeit sinnvoll, zum Schluss einer Einheit eine Entspannungsphase einzubauen. In dieser Phase kann das Gelernte sacken und das Gehirn die einzelnen Lerninhalte sortieren und speichern. Der Lernprozess ist nämlich nicht in dem Moment abgeschlossen, wenn man vom Schreibtisch aufsteht: Das Gehirn „lernt“ auch dann weiter, wenn man sich selbst schon wieder mit etwas völlig anderem beschäftigt. Allerdings nur, wenn man es nicht darin blockiert, indem man beispielsweise ähnliche Inhalte ohne Pause nacheinander lernt (z.B. Englisch- und Französisch-Vokabeln). In der Nachhilfe kommt man allerdings nur selten dazu, ein echtes Cool down einzubauen. Meistens geschieht dies eher unfreiwillig, weil man z.B. festsstellt, dass man zu wenig Material vorbereitet hat. Dies ist aber auch nicht weiter schlimm: Schließlich kann der Schüler sich auch ohne Anleitung entspannen. Man sollte ihm nur (und vor allem auch den Eltern!) ans Herz legen, nicht direkt nach der Nachhilfe mit den Hausaufgaben weiter zu machen.

Wenn man diese Phase gezielt in den Unterricht einbauen will, kann man beispielsweise zum Schluss eine Zusammenfassung des gelernten Stoffes als Skizze aufzeichnen. Man kann Lernspiele in den Unterricht einbauen. Bei Nachhilfe in Fremdsprachen bieten sich Ausspracheübungen oder Small Talk an. Oder man kann dem Schüler ein bisschen aus seiner Lektüre vorlesen, bzw. ihn selbst vorlesen lassen.

Juli 13, 2007

Du oder Sie?

Gespeichert unter: Heiße Eisen — leaboos @ 12:01

Während die meisten Nachhilfelehrer wahrscheinlich automatisch ihre Schüler duzen und deren Eltern siezen, stehen vor allem jüngere Nachhilfelehrer oft vor der Frage, ob sie sich umgekehrt duzen oder siezen lassen sollen.

Dieses Problem taucht zwar nicht nur im Nachhilfeunterricht, sondern in allen Lebenslagen auf – allerdings ist in der Nachhilfe eine besondere Brisanz damit verbunden: Wer entweder das Vertrauen des Schülers nicht gewinnt oder aber als Respektperson nicht ernst genommen wird, hat von vorneweg verloren. Die Nachhilfe ist dann in aller Regel zum Scheitern verurteilt.

Deswegen lohnen sich ein paar grundliegende Gedanken zu diesem Thema:

Vorteile des Duzens:
- Das „Du“ wirkt vertrauensvoller und freundschaftlicher. Gerade schüchternen Schülern mit geringem Selbstbewusstsein fällt es leichter zu einem Nachhilfelehrer Vertrauen aufzubauen, wenn sie ihn duzen.

- Die Nachhilfe erhält durch das Duzen mehr Freizeitbezug und weniger schulischen Charakter.

- Die Arbeitsatmosphäre ist lockerer und unkomplizierter. Die Nachhilfesschüler sind eher bereit, nebenbei von ihrem Privatleben zu erzählen, was manchmal hilfreiche Rückschlüsse auf Interessen oder auf Lernprobleme zulässt.

- Jüngeren Nachhilfelehrern wird es ungewohnt und etwas gestelzt vorkommen, plötzlich gesiezt zu werden. Das „Du“ ist den meisten wahrscheinlich angenehmer.

- Mit dem Duzen kann man betonen, dass man selbst noch jünger ist als die meisten Lehrer des Nachhilfeschülers. Man kann sich noch gut an die eigene Schulzeit erinnern, hatte vielleicht ähnliche Schwierigkeiten und ist möglicherweise bis heute noch bei seinen alten Hobbies oder bei seinem Musikgeschmack geblieben. So kann man dem Nachhilfeschüler ein echtes Interesse an ihm und seinem Leben vermitteln.

Vorteile des Siezens:
- Mit dem „Sie“ wird eine sachliche Distanz gewahrt. Gerade wenn man selbst nur unwesentlich älter als der Schüler ist, kann man so die Respektsperson rauskehren.

- Kritik kommt einem leichter über die Lippen und wirkt auch weniger persönlich, wenn sie mit Siezen verbunden ist. (Es sei denn, man hat sich vorher bereits geduzt und kehrt jetzt demostrativ zum „Sie“ zurück.)

- Man wird weniger dazu verleitet, vom Thema abzuschweifen. Die Arbeitsatmosphäre ist steriler und geschäftlicher. Wenn man beispielsweise das Gefühl hat, dass der Schüler einen insgeheim „anhimmelt“, kann man mit dem „Sie“ eine diskreten und distanzierten Umgang wahren.

- Man wirkt auf andere kompetenter und fühlt sich auch selbst so, wenn man sich siezen lässt.

Und was ist mit den Eltern?
Wenn man beim Nachhilfeschüler zu Hause Nachhilfe gibt, wird man auch ab und zu einige Worte mit den Eltern wechseln. Wie soll man sich verhalten, wenn die Eltern einen siezen?

Gerade wenn man selber noch jünger ist, wird einem das „Sie“ unangenehm distanziert und offiziell vorkommen. Allerdings ist nach der alten Knigge-Regel dem Älteren das Recht vorbehalten, dem Jüngeren das „Du“ anzubieten oder nicht. Wenn man also aus Reflex sagt: „Sie können mich ruhig duzen – so alt bin ich noch nicht!“, kann dies in mehrfacher Hinsicht mitssverstanden werden: 1. können sich jüngere Väter und Mütter sich insofern gekränkt fühlen, als dass man ihnen indirekt ein „siez-pflichtiges“ Alter zuschreibt. 2. bringt man sie in die Verlegenheit zu entscheiden, ob sie weiterhin gesiezt werden wollen oder einem ebenfalls das „Du“ anbieten sollen. Gerade diese Situation gilt es nach benannter Knigge-Regel zu vermeiden. 3. unterstellt man ihnen indirekt, einen Fehler gemacht, bzw. einen beleidigt zu haben, da sie einen „falsch“ angeredet haben.

Deswegen sollte man hier etwas Fingerspitzengefühl mitbringen und im Zweifel lieber das „Sie“ akzeptieren als die Situation unnötig zu verkomplizieren. Allerdings stellt sich in jedem Fall die Frage, ob Benimmregeln wie diese nicht längst überholt sind und die Eltern sich womöglich gar nicht darüber bewusst werden.

Im Zweifel: Direkte Anrede umgehen
Schließlich gibt es auch noch den goldenen Mittelweg: Man kann eine direkte Anrede vermeiden, indem man Allgemeinplätze wie „man“, „es“, „jemand“ einbaut oder Passivsätze benutzt: Man könnte über eine Wiederholung des Schuljahres nachdenken. Jemand müsste regelmäßig die Hausaufgaben nachgucken. Es ist oft sehr unruhig im Haus. Der Schreibtisch müsste mal aufgeräumt werden.

Eine weitere Möglichkeit ist, in der Ich-Form zu sprechen: Kann ich bitte ein Glas Wasser haben? Wo kann ich mein Auto parken?

Schließlich gibt es noch die Möglichkeit der „Kneipen-Anrede“: Das in Kneipen übliche „ihr“ ist weniger formell als das „Sie“, aber auch nicht so plump wie das „Du“: Wann fahrt ihr denn in Urlaub? Wo ist eure Toilette? – Allerdings steht diese Anrede dem „Du“ erheblich näher als dem „Sie“. Man sollte sie also nur jüngeren Eltern gegenüber benutzen, die sich durch ein „Sie“ möglicherweise vor den Kopf gestoßen fühlen würden.

Juli 6, 2007

Fehlerquotient senken

Gespeichert unter: Didaktik — leaboos @ 8:46

Diese Frage beschäftigt sicher nicht nur (Nachhilfe)Lehrer, sondern auch in besonderem Maße Eltern und die Schüler selber:
Wie kann man den Fehlerquotienten in Diktaten und Klassenarbeiten nachhaltig senken?

- viel lesen
Dieser Tipp ist zwar uralt, aber nach wie vor gültig: Die richtige Schreibweise prägt sich umso besser ein, je öfter man sie vor Augen hat. Deswegen sollte man bei der Neuanschaffung von Lektüren darauf achten, dass diese sich nach der neuen Rechtschreibung richten. Aber auch in Fremdsprachen gibt es Lektüren, die bereits für Anfänger verständlich sind. …allgemeine Hinweise zur Auswahl von Lektüren

- viel am Computer schreiben
Bei eingeschalteter Rechtschreibprüfung kann man selbst beim Schreiben mit einem simplen Textprogramm Rechtschreibung trainieren: Dazu muss man allerdings dem Drang widerstehen, rot unterkringelte Wörter sofort anzuklicken, um richtig geschriebene Alternativen vom Programm vorgeschlagen zu bekommen. Stattdessen sollte man sich die Zeit nehmen, selbst zu überlegen, was falsch sein könnte und verschiedene Möglichkeiten auszuprobieren.

- System verstehen
Wenn man einfach nur stur ein Diktat nach dem anderen schreibt, stellt sich eine Verbesserung der Rechtschreibung höchstens als Nebeneffekt ein. Viel wichtiger ist es, das System bzw. die Rechtschreibregeln zu kennen und zu verstehen. Hier hilft jedoch auch das Auswendiglernen von Merksätzchen nicht viel weiter: Es kommt darauf an, die Regeln im entscheidenden Moment anzuwenden. Eine gute Übung ist es, sich bei jedem Wort alternative Schreibweisen zu überlegen und dann im Ausschlussverfahren die richtige herauszufinden.

- aus Fehlern lernen
Anstatt den Fehlerquotienten im Blick zu haben, lohnt es sich, eine „Fehlerkartei“ anzulegen, in der die Fehler in Kategorien (und möglicherweise auch noch in Unterkategorien) eingeteilt werden. (z.B. s-ss-ß: das – dass oder Zeichensetzung: wörtliche Rede) Anhand solcher Kriterien lässt sich sehr genau bestimmen, in welchem Gebiet die persönlichen Fehlerquellen liegen.

- Fehlerquellen erkennen
Neben Fehlern, die für einen selbst typisch sind, gibt es sprachliche Besonderheiten, die allgemein fehlerträchtig sind. Das sind beispielsweise Paronyme („falsche Freunde“, z.B. who = wer, where – wo; to become = werden, to get = bekommen), Homophone (Wörter, die zwar gleich klingen, aber unterschiedlich geschrieben werden, z.B. here – to hear, where – to wear) und Wortanhängsel wie das -s im simple present bei der 3. Person Singular. Wenn man sich dieser „Stolpersteine“ bewusst ist, kann man sie leichter beachten.

- keep it short and simple
Nicht nur im Englischunterricht, sondern auch für Deutschaufsätze gilt die Regel lieber einfacher und dafür sicherer zu schreiben als sich in komplizierten Nebensatzkonstruktionen zu verlieren und mit Fremdwörtern um sich zu werfen, deren genaue Schreibweise man nicht kennt und deren Bedeutung man möglicherweise gar nicht richtig verstanden hat. Sicher soll man nicht immer nur Hauptsatz an Hauptsatz reihen. (Zwischendurch darf und sollte man das schon.) Aber unzählige Nebensätze ineinander zu verschachteln, ist ebenfalls kein guter Schreibstil. Lehrer danken es einem, wenn man pro Gedankengang einen Satz formuliert, dabei abwechslungsreich schreibt und einleitende Strukturelemente (wie einerseits, andererseits, außerdem, dennoch…) verwendet.

- eigene Fehler erkennen lernen
Bei Aufsätzen in Klassenarbeiten sollte immer genügend Zeit zum Korrektur lesen eingeplant sein. (Je nachdem ca. 1/5 der bemessenen Zeit.) Bei Diktaten wird vom Lehrer eine angemessene Korrekturzeit zur Verfügung gestellt. Diese Zeit sollte man unbedingt nutzen, selbst wenn man befürchtet „sowieso nichts zu finden“ oder sogar „alles noch schlimmer zu machen“. Den meisten Schülern fällt es sehr schwer, ihre eigenen Fehler selbst zu finden. Tatsächlich neigen viele dazu, sich beim Nachkorrigieren zu „verschlimmbessern“. Deswegen sollte das Nachkorrigieren beim Rechtschreibtraining in der Nachhilfe nicht vernachlässigt werden. Eine gute Methode ist es, den Schüler selber nach Wörtnern suchen zu lassen, bei denen er sich unsicher war. Oder man gibt die Zeilen vor, in denen sich noch Fehler befinden. Keinesfalls sollte man selbst die richtige Schreibweise vorgeben. Stattdessen sollte man immer versuchen, den Nachhilfeschüler so auf die richtige Lösung zu bringen, dass er von sich aus auf das Ergebnis kommt.

Obwohl unser komplettes Sprachen lernen auf die Suche nach Fehlern ausgerichtet zu sein scheint, darf man nicht vergessen, dass es auch andere, wesentlich aussagekräftigere Maßstäbe für die Sprachkompetenz eines Schülers gibt. Während der Fehlerquotient in der Schule als relativ objektiver Bewertungsmaßstab bei Klassenarbeiten unerlässlich ist, sollte man im Nachhilfeunterricht besser darauf verzichten, die Fehler zu zählen oder einen Fehlerquotienten auszurechnen. Da die Texte jedes Mal einen anderen Schwierigkeitsgrad haben, kann man den Lernfortschritt des Schülers ohnehin nicht daran ablesen, wieviele Fehler er gemacht hat.

Juli 4, 2007

Nachhilfe lieber über ein Institut oder lieber privat geben?

Gespeichert unter: Jobs — leaboos @ 11:43

Die meisten Nachhilfelehrer steigen über private Nachhilfe ein. Wenn man so vergleicht, was man in anderen Ferien-, Schüler- und Studentenjobs verdient, bringt private Nachhilfe ganz ansehnliche Summen ein. Deswegen wird sich bei jedem früher oder später die Fragen stellen, ob man zu einem professionellen Institut wechseln sollte.

Sicherlich kann man nicht alle Nachhilfeinstitute und erst recht nicht alle privaten Nachhilfeschüler ohne Weiteres miteinander vergleichen. Allerdings lassen sich doch bestimmte Vor- und Nachteile verallgemeinern. Diese sollen im Folgenden hier gegenübergestellt werden.

Ein kurzer Hinweis noch: Dieses Forum versteht sich als nichtkommerzieller Webblog, weswegen ich auf jede Form der Werbung für einzelne Institute verzichten möchte.

Vorteile privater Nachhilfe:
- Man kann den Preis völlig frei vereinbaren. Davon profitieren in der Regel beide Seiten, da es eben kein Institut gibt, was kräftig am Gewinn beteiligt ist.

- Man ist nicht vertraglich gebunden. Wenn man mit einem Schüler mal nicht zurecht kommt, ist man nicht gezwungen, sich noch monatelang doch noch irgendwie mit ihm zu arrangieren.

- Man kann auch die übrigen Arbeitsbedingungen frei vereinbaren. D.h. man entscheidet selber, wann und wo die Nachhilfe stattfindet, wie lange eine einzelne Einheit dauert, ob man Fahrtkosten erstattet bekommt.

- Man hat (in der Regel) keinen Gruppenunterricht und kann sich somit ganz dem einzelnen Schüler mit seinen individuellen Problemen richten. Das bedeutet nicht nur einen entspannteren Unterricht und weniger Vorbereitungsstress, sondern auch mehr Erfolgserlebnisse, weil die Schüler von der Einzelnachhilfe meist besser profitieren.

- Es wird kein Lehramtsstudium oder eine vergleichbare Ausbildung vorausgesetzt.

- Es gibt in diesem Sinne keine Qualitätskontrollen.

- Man muss keine langwierigen (und unbezahlten) Berichte über die Schüler schreiben.

- Man kann frei mit den Eltern über Lernprobleme der Schüler sprechen, ohne dass dies gleich als Versuch der „Abwerbung“ gewertet wird… …muss dies aber auch!

- Eigene Versäumnisse oder Fehler ziehen in der Regel keine rechtlichen Folgen nach sich.

Vorteile der Nachhilfe in einem Institut:
- Man hat ein relativ verlässliches Einkommen. Auch wenn Nachhilfeinstitute oft vergleichsweise niedrige Löhne ausbezahlen, garantieren sie doch, dass man sein Geld überhaupt kriegt. Wenn private Nachhilfeschüler nicht zahlen, bleibt man im Zweifelsfall auf seinen Forderungen sitzen.

- Die meisten Nachhilfeinstitute bleiben auch während der Schulferien geöffnet, sodass man in dieser Zeit weiter beschäftigt und bezahlt wird.

- Bei Beschwerden ist zunächst die Institutsleitung der Ansprechpartner für die Eltern. Das heißt, man braucht sich nicht direkt mit den Eltern auseinanderzusetzen (darf dies häufig auch gar nicht). Bei privater Nachhilfe wird man oft anschließend noch von den Eltern aufgehalten, was sicherlich manchmal interessant und anregend sein kann, andererseits aber auch schnell unangenehm werden kann und letztlich „unbezahlte Überstunden“ bedeutet.

- Viele Institute stellen eigene Räumlichkeiten zur Verfügung. Das bedeutet zwar einerseits einen Anfahrtsweg + Spritkosten, aber andererseits braucht man nicht seine eigene Wohnung aufzuräumen und die Schüler erfahren nicht die eigene Privatadresse.

Alles in allem bleibt es dem Einzelnen überlassen, wo er arbeitet. Schließlich ist es meistens auch weniger eine Frage des Wollens als vielmehr des Könnens. Denn Nachhilfeinstitute nehmen nun mal nicht jeden und es ist nicht einfach, private Nachhilfeschüler zu finden. … Tipps hierzu

Trotzdem lohnt sich ein Vergleich, wenn man mit seinen bisherigen Arbeitsbedingungen unzufrieden ist.

Juli 3, 2007

Nachhilfeschüler suchen und finden

Gespeichert unter: Jobs — leaboos @ 9:06

Meistens ergeben sich Nachhilfekontakte spontan im weiteren Bekanntenkreis. Wenn man jedoch darauf angewiesen ist, mit der Nachhilfe sein Geld zu verdienen, kann man sich auf solche Zufälle nicht verlassen.

Wenn man schon länger Nachhilfe gibt, wird man häufig angesprochen, ob man auch den Freunden oder Geschwistern des Nachhilfeschülers Nachhilfe geben würde. Kurz gesagt: Wenn man eine ordentliche Arbeit macht, spricht es sich schnell rum und man wird von selber angesprochen.

Wie kommt man also zu (neuen) Nachhilfeschülern bzw. wie findet man einen Nachhilfelehrer?
Zunächst sollte man sich genau überlegen, in welchen Fächern, welchen Jahrgangsstufen, welchen Schulformen, an welchen Wochentagen und in welchem räumlichen Umkreis man Nachhilfe geben will.
- Lehrer fragen
: Der direkteste Weg ist es, seine eigenen Lehrer anzusprechen, ob sie in anderen Klassen jüngere Schüler haben, die Nachhilfe brauchen. Viele Lehrer sind gerne bereit, einen zu vermitteln. Man kann natürlich auch gezielt an Klassenlehrer oder Fachlehrer herantreten, von denen man weiß, dass sie in der Unter- oder Mittelstufe unterrichten.
- Aushang: Bewährt hat sich außerdem ein Aushang am Schwarzen Brett in der Schule oder an der SUCHEN+FINDEN-Pinnwand im Supermarkt. Was in Unistädten ohnehin üblich ist, kann auch in kleineren Städten von Vorteil sein: Am unteren Rand des Aushangs Schnipsel zum Abreißen mit Telefonnummer vorbereiten. Hierbei ist zu beachten, dass neben der Telefonnummer auch ein kurzer Betreff (wie „Nachhilfe Englisch“) auf den Schnipseln untergebracht sein sollte. In Schulen müssen Aushänge meistens vom Direktor unterzeichnet werden. (Am besten beim Sekretariat nachfragen.)
- Kleinanzeige: Auch mit einer Kleinanzeige in einer örtlichen Zeitung kann man auf sich aufmerksam machen. Allerdings sind gewerbliche Kleinanzeigen in der Regel kostenpflichtig.
- Vermittlung über ein Institut: Eine recht sichere Einkommensquelle hat man, wenn man Nachhilfe über ein Institut gibt. Allerdings ist man dadurch auch in vielfacher Hinsicht vertraglich gebunden. …zum Vergleich zwischen Nachhilfe im Institut und privater Nachhilfe
- Internet: Im Internet gibt es zahlreiche Nachhilfevermittlungen. Viele davon sind ganz oder teilweise kostenlos. Hier eine kleine Auswahl:

Erste Nachhilfe: http://erstenachhilfe.de/
NachhilfeNET: http://nachhilfenet.de/
betreut.de: http://betreut.de/

Viel Erfolg!

Juli 1, 2007

Wie siehts denn hier aus?!

Gespeichert unter: Heiße Eisen — leaboos @ 11:15

Vorab eine Entwarnung an alle Eltern, die diesen Thread lesen: Nein, Ihr Sohn/ Ihre Tochter ist hier sicherlich nicht gemeint. Sie brauchen also vor privater Nachhilfe bei Ihnen zu Hause nicht deswegen zurückzuschrecken, weil Ihr Kind kein hundertprozentig aufgeräumtes Arbeitszimmer vorweisen kann und Sie keine Zeit haben und es nicht einsehen, sich darum auch noch zu kümmern (womit Sie im Übrigen vollkommen recht haben).Es geht in diesem Beitrag um Extremfälle, wo die Nachhilfe wirklich unter für alle Beteiligten unzumutbaren Bedingungen stattfinden soll:

Bei der Einzelnachhilfe beim Schüler zu Hause bleibt es nicht aus, dass man bereits an Hand des Arbeitsplatzes bzw. des ganzen Zimmers auf die Quelle der schulischen Probleme schließen kann. Über verschiedene Definitionen von Ordnung und Unordnung lässt sich trefflich streiten und irgendwie ist man selbst ja auch irgendwie immer klar gekommen, auch wenn die Schulsachen nicht immer pickobello waren…

Allerdings sind einige Grundvoraussetzungen an den Arbeitsplatz zu stellen, ohne die Nachhilfe einfach keinen Sinn macht:
- Tisch: Der Schreibtisch sollte soweit freigeräumt sein, dass man mindestens genügend Platz hat, um auf einen DIN A4-Block schreiben zu können.
- zwei Sitzgelegenheiten: Je nach dem, ob der Schüler Links- oder Rechtshänder ist, sollte man auf der entsprechenden Seite neben dem Schüler sitzen, um zu sehen, was er schreibt.
- Licht: Man sollte unbedingt darauf achten, dass der Schüler sich beim Lesen oder Schreiben nicht selbst im Licht sitzt, bzw. der Schatten der Schreibhand auf das Geschriebene fällt. Tageslicht ist natürlich am angenehmsten, abends oder im Winter tut es aber auch eine entsprechend helle elektrische Lichtquelle.
- Ruhe: Wenn die Eltern bei den ersten Stunden dabei bleiben wollen, ist das sicherlich gerade bei jüngeren Schülern vertretbar. Schließlich ist das ihre einzige Möglichkeit, die Leistung, die sie bezahlen auch beurteilen zu können. Allerdings sind, entgegen elterlicher Erwartungen, die Schüler oft sogar schüchterner und verhalten sich passiver, solange ihre Eltern im Raum sind. Die Schüler sollten außerdem während der Nachhilfe ihr Handy und selbstverständlich auch Radio, Fernsehen, Computer, etc. ausschalten. Und kleinere Geschwister sollten solange woanders spielen – schließlich wird man nicht fürs Babysitten mitbezahlt.
- frische Luft: Ohne Sauerstoff kann das Gehirn nicht arbeiten. Deswegen sollte man als Nachhilfelehrer nicht davor zurückschrecken, in schlecht gelüfteten Raucherwohnungen oder in der Küche, in der noch die Essensdünste hängen, einfach das Fenster aufzureißen. Gerade bei längeren Unterrichtseinheiten gehört es zur Aufgabe des Nachhilfelehrers, zwischendurch mal zu lüften.

Was tun, wenn diese Grundvoraussetzungen nicht gegeben sind?
Sicher kann man das Ganze schweigend mitansehen, das Geld nehmen und wieder gehen. Allerdings haben die Arbeitsbedingungen am Schreibtisch einen großen Einfluss auf den Lernfortschritt des Schülers. Deswegen sollte man schon ehrlich darauf hinweisen, dass der Schüler sich an seinem Arbeitsplatz nicht richtig konzentrieren kann. Um zu vermeiden, dass der Schüler oder die Eltern sich persönlich angegriffen fühlen, kann man das Problem nicht als Vorwurf in der Du-Form, sondern als eigene Meinung in der Ich-Form schildern:

Nicht: „In diesem Chaos kannst du dich ja gar nicht konzentrieren.“ „Merken Sie denn nicht, dass Sie Ihren Sohn ablenken, wenn Sie ständig stören?“

Sondern: „Ich finde, in diesem Chaos kann man sich nicht gut konzentrieren.“ „Wenn ich dauernd unterbrochen werde, komme ich jedes Mal aus dem Konzept.“

Wenn der Schüler trotzdem uneinsichtig bleibt und auch die Eltern nichts zur Verbesserung der Situation beitragen können, besteht die Möglichkeit, sich an einem besser geeigneten Ort zu treffen. Wenn man selber keinen geeigneten Raum hat, bietet sich ein leeres Klassenzimmer oder ein Aufenthaltsraum in der Schule an. In vielen Städten gibt es Jugendcafes oder Bibliotheksräume, in denen man sich auf neutralem Boden treffen kann. Schließlich kommen auch Cafes, Eisdielen, etc. in Betracht. Allerdings sollte man dort bedenken, dass es nicht gerne gesehen ist, wenn man dort regelmäßig einen Tisch belegt, ohne allzu viel Umsatz einzubringen. Außerdem sollte man ein „Anstands“-Getränk vom Nachhilfegehalt abziehen und schließlich werden die meisten Schüler auch nur ein begrenztes Taschengeld zur Verfügung haben. – Vielleicht sind sie dann eher bereit, mal ihr Zimmer aufzuräumen.

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