Leider machen Schüler wie Lehrer gleichermaßen jedes Jahr nach den Sommerferien die gleiche Erfahrung: Nach sechs schulfreien Wochen ist vieles wieder vergessen, was man vor den Ferien noch in mühevoller Geduldsarbeit bis zur Schmerzgrenze geübt hatte. Nicht anders ist es in der Nachhilfe: Hier kommt meistens noch hinzu, dass die Nachhilfeschüler nur schwer Zugang zu den Nachhilfefächern finden, bzw. wenig Interesse an der Materie haben.
Andererseits gehen viele Schüler mit guten Vorsätzen ins neue Schuljahr und sind hochmotiviert, dieses Jahr mehr für die Schule zu tun. Oft ergeben sich auch aus neuen Klassenkonstellationen, neuen Fachlehrern oder günstigeren Unterrichtszeiten gute Chancen auf den angestrebten Notenaufschwung.
Wie sollte man also nach den Ferien am besten wieder in die Nachhilfe einsteigen?
- erst gar keine Lücke entstehen lassen:
Wenn es sich machen lässt, sollte man die Nachhilfe in den Ferien fortführen. Klar ist es verständlich, dass die Schüler während der Sommerferien am liebsten gar nichts mehr von Schule hören wollen. Aber eine Stunde die Woche, die man vielleicht vormittags oder am Wochenende so legen kann, dass sie die Zeiteinteilung nicht groß stört, wird letztendlich niemanden um seine Ferienerholung bringen. …Anregungen für Nachhilfeunterricht in den Ferien
- sich wieder in die Materie „einfinden“:
Viele, die kritisieren, die Sommerferien wären zu lang, verkennen, dass der Lernprozess durch die unterrichtsfreie Zeit nicht unterbrochen wird, sondern die Kenntnisse während dieser Zeit unbewusst weiter entwickelt und im Idealfall auch verfestigt werden. Trotzdem fällt es den meisten Schülern schwer, diese nach längerer Auszeit wieder abzurufen. Allgemein wird empfohlen, zwei Wochen vor Schulbeginn die Inhalte des letzten Schuljahr nochmal zu wiederholen. In Fremdsprachen hilft es, sich z.B. auf Englisch über die Urlaubserlebnisse zu unterhalten oder einen kurzen Bericht darüber zu schreiben. In Mathe kann man stichprobenartig ein paar Beispielaufgaben aus den Heften vom letzten Schuljahr durchrechnen. In anderen naturwissenschaftlichen und in gesellschaftswissenschaftlichen Fächern kann man die alten Hefte durchblättern und die wichtigsten Themen in alten Schulbüchern, so sie nicht schon abgegeben wurden, nachschlagen oder ggf. im Internet recherchieren.
- Vokabeln und Fachbegriffe auffrischen:
Wichtig ist auch, die Vokabeln und Fachbegriffe nach altbewährter Methode zu wiederholen, damit sie im neuen Schuljahr wieder abrufbar sind. Hier sollte man es allerdings auch nicht übertreiben: Nicht jede Spezialvokabel wird man bei der Abschlussprüfung, geschweige denn im späteren Leben noch brauchen und nicht jeder Fachbegriff kommt auch im nächsten Schuljahr wieder vor.
- „Vorlernen“ vermeiden:
Ehrgeizige Eltern halten ihre Kinder und somit auch deren Nachhilfelehrer oft dazu an, zum Schuljahresbeginn schon mal den Stoff für das kommende Jahr vorzubereiten. Was eigentlich gut gemeint ist, z.B. um die mündliche Mitarbeit zu verbessern oder späteren Lernstress zu mildern, geht oft nach hinten los: Entweder die Mitschüler regen sich über das „Strebertum“ des Nachhilfeschülers auf und schneiden ihn oder aber, der Nachhilfeschüler kommt gar nicht erst dazu, mit seinem vorweggenommenen Wissen im Unterricht zu glänzen, da er sich langweilt und sich lieber mit anderen Dingen ablenkt. Es ist sicher nichts dagegen einzuwenden, am Anfang des Schuljahres einen Themenüberblick zu geben, um Neugier zu erwecken und die Eigeninitiative des Nachhilfeschülers anzuregen. Aber man sollte es tunlichst vermeiden darüber hinaus schon Inhalte vorwegzunehmen, die im Unterricht noch nicht behandelt wurden.