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September 11, 2007

Auswendiglernen

Gespeichert unter: Didaktik — leaboos @ 8:13

In vielen Nachhilfefächern gibt es Grundlagen, die auswendiggelernt werden müssen: In Sprachen sind dies vor allem Vokabeln, in natur- und gesellschaftswissenschaftlichen Fächern Fachbegriffe, Definitionen oder Formeln.

Seine kostbare Unterrichtszeit sollte man tunlichst nicht mit Auswendiglernen verschwenden, aber man kann es den Nachhilfeschülern als Hausaufgaben aufgeben. Hier ein paar grundliegende Hinweise zu verschiedenen Lerntechniken:

Karteikarten: Beim Auswendiglernen kurzer Inhalte wie Fachbegriffe oder Vokabeln hat sich die Karteikartenmethode bewährt. Diese hat den Vorteil, dass nicht eine Unmenge an bereits bekanntem Stoff ständig mitwiederholt wird, sondern tatsächlich nur die Daten abgefragt werden, die man beim letzten Mal noch nicht abrufen konnte. Dadurch spart man Zeit. Außerdem ist die Motivation größer, wenn man nur wenige Minuten in das auswendig Lernen investieren muss. Nachteilig ist jedoch, dass das Schreiben und Einsortieren mit großem Aufwand verbunden ist. Ein weiterer Nachteil besteht in der Unübersichtlichkeit: Wenn einzelne Karteikarten verschwinden oder versehentlich falsch einsortiert werden, bleibt dies oft unbemerkt.

Lernplakate: Bei komplexeren Vorgängen z.B. naturwissenschaftlicher Art, empfehlen sich Lernplakate, auf denen man mit viel Farbe, Pfeildiagrammen, Skizzen, Symbolen und Bildern abstrahieren und visualisieren kann. Auf diese Weise kann man die „kreative“, linke Gehirnhälfte in den Lernvorgang mit einbeziehen, was zu einer höheren Wahrscheinlichkeit führt, dass der Lernstoff „hängen bleibt“. Die meisten Menschen können sich visuelle, bildhafte Informationen am besten einprägen. Diese Stärke kann man durch Lernplakate nutzen. Allerdings muss man dafür in Kauf nehmen, dass das eigene Zimmer nicht mehr mit Musik- oder Sportpostern bestückt wird, sondern mehr und mehr wie ein Fachraum aussieht – das entspricht nicht unbedingt jedermanns Geschmack.

Spickzettel: Obwohl das Verwenden von Spickzettel in Klassenarbeiten natürlich nicht gestattet ist, kann das Erstellen eines „Spickzettels“ trotzdem hilfreich sein, um die wesentlichen Informationen des Lernstoffs zusammenzustellen. Das was man auf einen Spickzettel schreiben würde, sind wichtige Formeln, Daten, Fakten, Regeln, die man auswendig können sollte. Beim restlichen Lernstoff reicht oft ein Überfliegen und Durchblättern, um sich wieder an die Unterrichtsinhalte zu erinnern – vorausgesetzt natürlich, man hat damals aufgepasst.

Eselsbrücken: Unter einer Eselsbrücke versteht man eine einleuchtende, oft absurde Merkhilfe für wissenschaftliche Formeln oder Abfolgen. Im Internet finden sich viele Sammlungen von Eselsbrücken zu verschiedenen Unterrichtsfächern. Man kann aber auch selber kreativ werden und beispielsweise aus den Anfangsbuchstaben der 16 Bundesländer einen Satz bilden oder sich eine anschauliche Geschichte zur Reihenfolge der bisherigen Bundeskanzler ausdenken. Je alberner und absurder eine solche Herleitung ist, desto leichter lässt sie sich merken. Beim Auswendiglernen sollte man sich zu jedem Stichwort ein aussagekräftiges Bild einprägen. Auch Reime oder Rhythmen erleichtern das Auswendiglernen.

Mnemotechniken: Gedächtniskünstler, die sich 50-stellige Zahlen merken können benutzen bestimmte Techniken zur Memorisierung. So kann man beispielsweise einen ritualisierten Alltagsablauf, wie den täglichen Schulweg, das morgendliche Aufstehen oder den wöchentlichen Stundenplan in Gedanken durchlaufen und an markanten Punkten bestimmte Informationen ablegen: z.B. für die Reihenfolge der Alkane: An der Haustür liegt Methan, an der Straßenecke Ethan, beim Kiosk Propan und an der Bushaltestelle Butan.

Hörspiel: Gedichte, Texte für Theaterstücke, Definitionen oder andere Informationen, die man wortwörtlich lernen muss, kann man auf Band sprechen und z.B. auf dem Schulweg oder bei stupiden Tätigkeiten, wie z.B. beim Aufräumen anhören. Hier sollte man darauf achten, auch tatsächlich laut mitzusprechen oder zumindest in Gedanken bei der Sache zu sein.

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