Während eine Schulstunde mit 45 min bundesweit einheitlich festgelegt ist, variiert die Dauer einer Nachhilfeeinheit von 45 – 120 min.
Hier eine Auflistung der Faktoren, die bei der zeitlichen Einteilung der Nachhilfe berücksichtigt werden sollten:
- Stoffmenge:
Unmittelbar vor einer Klassenarbeit ist natürlich mehr Lernstoff zu bewältigen als in den Sommerferien – deswegen kann man je nach Bedarf längere oder kürzere Einheiten vereinbaren. Dabei sollte man jedoch beachten, dass viele Stunden Marathonlernen unmittelbar vor der Arbeit sich nur in den seltensten Fällen auszahlt. Man kann viel mehr Lernstoff aufnehmen, wenn man mit Hilfe eines sinnvollen Lernplans mehrmals die Woche Termine vereinbart und so den Lernstoff in bewältigbare Päckchen unterteilt.
- Komplexität des Lernstoffs:
In der gymnasialen Oberstufe oder an Fachoberschulen ermöglichen längere Unterrichtseinheiten es oft erst, einem Thema überhaupt die gebührende Aufmerksamkeit zu widmen, da die Sachverhalte oft hochkomplex sind und man eine Weile benötigt, um die Grundlagen aufzufrischen und einen Zugang zur Materie zu bekommen.
- Konzentration:
Jüngere Schüler haben meistens Probleme, über längere Zeit still zu sitzen. Sie sind -wenn überhaupt- einen 45 min-Rhythmus von der Schule gewöhnt. Mehr ist bei ihnen oft nicht drin. Wenn man Pausen und weniger anstrengende Phasen (Vorlesen, Small Talk) einbaut, kann man aber 45 min reine Unterrichtszeit auch bequem auf 60 min ausdehnen.
- Verhältnis von Anfahrtszeit zur Unterrichtszeit:
Für den Nachhilfelehrer macht es natürlich wenig Sinn, für eine 45 min-Einheit lange Anfahrtswege in Kauf zu nehmen. Wenn die Eltern längere Einheiten ablehnen oder der Nachhilfeschüler so unkonzentriert ist, dass mit ihm nur kurze Einheiten möglich sind, kann man einen höheren Stundenlohn vereinbaren, damit sich die Nachhilfe trotzdem rentiert. Oder man empfiehlt der Familie eben, sich einen Nachhilfelehrer zu suchen, für den der Anfahrtsweg weniger ins Gewicht fällt.
- organisatorischer Aufwand:
Oft wollen die Eltern vor oder nach der Nachhilfe noch Formalien abklären oder sich nach dem Lernfortschritt ihres Kindes erkundigen. Manchmal muss vor der Nachhilfe erstmal Platz am Schreibtisch geschaffen werden oder die Nachhilfeschüler sind so lustlos oder so unkonzentriert, dass man eine lange „Aufwärmphase“ in den Unterricht einbauen muss. Dies sollte man natürlich auch bei der Zeitplanung berücksichtigen.
- finanzielle und zeitliche Kapazitäten:
Klar ist, dass lange Einheiten mehr kosten als kurze. Dafür bedeuten sie aber für alle Beteiligten weniger organisatorischen Aufwand als mehrere kurze Einheiten in einer Woche. Je nachdem wie flexibel man zeitlich ist, bzw. wieviel die Eltern bereit sind zu zahlen, kann es also Sinn machen, mehrere Einheiten an verschiedenen Wochentagen zu einem Termin zusammenzufassen.
Wenn die Eltern einverstanden sind, kann man die zeitliche Einteilung aber auch je nach Situation anpassen: An manchen Terminen gibt es nicht viel Neues, weil z.B. die Ferien anstehen oder der Fachlehrer krank war. An anderen Tagen wiederrum steckt man gerade mitten in einer Aufgabe, wenn die Zeit eigentlich schon rum ist. In solchen Fällen sollte man wenn irgendmöglich versuchen, die Aufgabe noch zu Ende zu bringen. Zum Ausgleich kann man ja beim nächsten Mal entsprechend früher zu gehen.